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Tagesbericht vom 1. Tag – Sonntag, 15.07.2012

Auch ein Sonntag ist kein Ruhetag im Workcamp. So begannen bereits am Vormittag die Arbeitsprojekte auf dem ehemaligen Siemensgelände, die zügig voranschritten. Trotz Werkzeugmangel schaffte es eine Gruppe nahezu den halben Weg freizulegen, der von der Gedenkstätte ins Siemens-Arbeitslager führt. Ebenso gut kam die Gruppe an den Schienen voran, auf denen sich insbesondere die Arbeit des Vorjahres zeigte. Da das Kiesbett komplett ausgehoben und vom Grünen und Wurzeln befreit wurde, wuchs kaum etwas nach. Nachdem bereits vom Weg aus die rechte Seite der Schienen freigelegt wurde, ist nun die linke in Arbeit. Startschwierigkeiten hatte die Gruppe an den Montagehallen, da auch hier das nötige Werkzeug fehlte.

 

 

 

 

In diesem Jahr gibt es jedoch auch zwei neue Projekte, bei denen die Lagermauer und ein ehemaliger Reitstall wieder kenntlich gemacht und von Pflanzenbewuchs befreit werden. An beiden Projekten konnte man schon nach kurzer Zeit einen großen Fortschritt erkennen.

Dem praktischen Teil des Camps folgte am Nachmittag der theoretische. Die Gedenkstätte hatte zwei Workshops im Angebot. Der eine befasste sich mit den Täter_innen in Ravensbrück und beleuchtete auch die einzelnen Personen, die hinter der SS und dem Gefolge stecken. Fokus lag hier darin, sich ähnlich wie in der Schule, unter leitenden Fragestellungen die Ausstellung anzusehen. Der zweite Workshop sollte das Verhältnis zwischen Fürstenberg und Ravensbrück untersuchen. Dazu wurden zum einen Quellen und Erlebnisberichte gelesen und sich anschließend ausgetauscht, und zum anderen Interviews mit den Anwohner_innen geführt, die sehr unterschiedliche Ansichten hatten. Daraus könnte sich gegebenenfalls ein eigenständiges Projekt entwickeln, das die Erinnerungen zum KZ Ravensbrück in der lokalen Bevölkerung sammelt sowie die allgemeine, heutige Position zur Mahn- und Gedenkstätte untersucht.

Im abendlichen Plenum wurden wieder die Arbeitsfortschritte und alle Belange und Bedürfnisse des Camps zusammengetragen. Unzufriedenheit gibt es mit den Zugängen zum Arbeitsgelände, die leider nicht barrierefrei sind. Im späteren Verlauf des Abends konnte jedoch von gedrückter Stimmung keine Rede sein. Stattdessen wurde eine Gitarre geholt und mit Gesang und Lachen gemütlich der Tag beendet.

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Der Verbindungsweg vom offiziellen Gedenkstättengelände zum Siemenslager am Anfang des Tages

 

in Arbeit 

 

 

 

 

 

 

 

am Ende des Tages 

 

 

 

 

 

 

 
Reitstall

  

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